Lebensmittel

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Bier war für die alten Ägypter ein Nationalgetränk - geschätzt von Lebenden wie auch als Grabbeigabe für die Toten. Es war für die Ägypter ein Grundnahrungsmittel wie Brot.

Wie die Ägypter ihr Bier brauten ist sowohl auf Grabwänden als auch in Form von Dienerfiguren überliefert. Es gibt sogar Miniaturmodelle von Bierbrauereien. Als Grundstoff diente Gerste oder Emmer-Weizen von bester Qualität- Die Körner wurden zerstoßen, mit Sauerteig versetzt, angefeuchtet und in kleinen Fladen angebacken. Die Brote kamen in Bottiche, wo man sie in Wasser aufweichte und zerstampfte. Hopfen als Zusatz war unbekannt, dafür gab man Würze oder Datteln zum Süßen dazu. Der Bierbrei wurde vergoren und dann über einem Gefäß auf ein Sieb geknetet, so dass die Flüssigkeit abtropfte. Sie war leicht verderblich und musste daher bald getrunken werden. Beim Einschenken wurde das Bier nochmals geseicht.

Bierbrauen war Frauensache. Zahlreiche Statuetten aus Gräbern (s. Bild) stellten Dienerinnen dar, die mit dem Reibstein Korn mahlen, und andere, die Mehl sieben.   

 

Wein wurde wahrscheinlich aus Vorderasien nach Ägypten eingeführt. Er scheint dort bald heimisch geworden zu sein, denn er gedieh im Niltal weislich schon um 3000 v. Chr. Die Reben wurden an Spalieren gezogen oder rankten sich an Lauben empor. Bei der Weinlese sammelte man die Trauben in Körben und schüttete sie zum Keltern in große Bottiche (s. Bild).

Die Trauben wurden ausgepresst. indem man sie mit den Füßen zertrat. Die Männer, die den Wein kelterten, hielten sich dabei an einem Gestänge fest. Um den Rückstand bis zum letzten Tropfen auszupressen, füllte man ihn in einen länglichen Sack und nahm zum auswringen 2 Stangen zu Hilfe.

Den Saft füllte man in Gefäße und ließ ihn gären, Nach dem Filtern wurde der Wein in hohe, unten spitz zulaufende Krüge abgefüllt (s. Bild rechts oben), die mit Tonpropfen verschlossen wurden. Es gab Rot - sowie Weißwein, und mancher war so gut, dass er ein "Gütesiegel" erhielt.
Nach kurzer Lagerung behandelte man den Wein unterschiedlich: Er wurde geklärt oder mit Honig und Gewürzen versetzt.

 

Brot war natürlich das Hauptnahrungsmittel, und wie das Bier fester Bestandteil der Grabbeigaben. Wildwachsende Getreidesorten wurden gesammelt und zermahlen, wie auch beim Bier waren Gerste und Emmer die meistverarbeiteten Sorten. Nach dem Mahlen wurde das Mehl manchmal gesiebt, um es von Verunreinigungen zu befreien. 

Das erhaltene Weiß - oder Vollkornmehl wurde mit Wasser und allerlei Früchten zur Geschmacksverbesserung gemischt. Direkt am Boden knieend, knetete man das Ganze zu Teig und formte Fladen.


Die Ägypter hatten übrigens meistens Zahnprobleme, durch das Mahlen auf der Steinplatte blieb Steinstaub zurück, welcher aus dem Mehl nicht herauszusieben war. Im Laufe des Lebens rieben sich die Zähne ab und es kam häufig zu Zahnerkrankungen; das haben Zahnuntersuchungen bei Mumien vielfach bestätigt.

 

Die unteren Bevölkerungsschichten ernährten sich außer durch Brot auch von Hülsenfrüchten wie Linsen, Saubohnen, Erbsen, Kichererbsen und Bockshornklee. Der Speisezettel wohlhabender Menschen war eindeutig abwechslungsreicher. Er enthielt eine Vielzahl von Gemüse, über deren Zubereitung Texte und Darstellungen allerdings schweigen: Kresse, Portulak, Lattich, Zwiebeln, Knoblauch und Kürbisse gehörten ebenso dazu wie Wurzelstock und Samen des Lotos und Teile der Papyruspflanze. Beliebte Obstsorten wie Weintrauben, Feigen und Sykomorenfeigen, Datteln und Dumpalmnüsse, seit dem Neuen Reich auch Granatäpfel. Nach anfänglichem Import aus Vorderasien kultivierte man die Pflanze bald in eigenen Gärten.

Auch Grabkammern wurden reichlich mit Lebensmitteln ausgefüllt um den Verstorbenen ein Weiterleben nach dem Tode zu ermöglichen. Hier aus einem thebanischem Grab (18. Dynastie) auf der kl. Stellage: versch. getrocknete Geflügel- und Fleischteile. Im Flechtkorb und in den Schalen sind Brote, Feigen und getrocknete Fische zu sehen.

 

Lebensnotwendig war natürlich auch Fleisch - es gab Fleisch von  Ziegen, Schafen und auch Schweinen und Rindern - wobei Rindfleisch das beliebteste Fleisch war. Die höhere Schicht schätzte offenbar das Fleisch der Wildtiere, wie Antilopen, Gazellen oder Steinböcke.

Nach der Schlachtung wurde das Fleisch meist zum sofortigen Verzehr verarbeitet. Man kochte es in großen Töpfen oder grillte es auf offenem Feuer, das mit Holz und Dung, manchmal auch mit Holzkohle unterhalten wurde. Ansonsten wurde das Fleisch zu Trocken- oder Pökelfleisch verarbeitet. Es gab viele Gewürze über die allerdings keine näheren Informationen zum Verbrauch in der Küche bekannt sind. Nachweisbar ist allerdings die Benutzung von Dill, Koriander, Kreuz- und Schwarzkümmel, Wacholderbeeren und Senfkörner in der Medizin.

Grundnahrungsmittel waren offenbar nicht teuer, ein Sack Gerste von 75 Litern Inhalt kostete 2 Deben, ein Sack Emmer 1 Deben, 5 Liter Bier 2 Deben. Teurer waren die besseren Speisen, ein ausgewachsenes Rind kostete 50 Deben, eine 10 Liter Amphore mit Pökelfleisch 10 Deben. Wenn man bedenkt das ein Handwerker im Neuen Reich neben seiner Grundversorgung an Nahrungsmitteln monatlich nur 7 Deben verdiente, waren das beträchtliche Summen.
Erklärung zum Wert eines Debens.