Gottheiten

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Ab dem 2. Jt.v.Chr.  spielte Amun als "König der Götter" eine zentrale Rolle er galt neben Ptah und Re als Reichsgott und erwählte den irdischen König. Als Amun-Re-Kamutef Urgottqualität. Mit Mut und Choins bildete er die heilige Triade von Theben (Karnak) und mit Amunet eines der Schöpfungspaare von Hermopolis. Abgebildet wurde er anthropomorph mit hoher Federkrone (als Amun-Re in Schreithaltung, als Kamutef mumienförmig mit ausgerichtetem Phallus) oder widderköpfig mit Sonnenscheibe, daneben in Tiergestalt als Widder oder Gans.

 

Amun:

 

Anubis: 

 

Anubis, der "Herr des heiligen Landes" (=Nekropole), der "Balsamierer" und "Wächter der Geheimnisse", wurde als Canide (hundeartig) oder Mann mit Canidenkopf dargestellt. Seine Aufgaben waren der Erhalt des Leichnams durch Balsamierung, die Garantie des Mundöffnungs-rituales zur Wiedergewinnung der Fähigkeiten der Sinnesorgane sowie der Versorgung des Verstorbenen. Er galt als Totenrichter und Schutzherr der Verstorbenen während der Stunden der Nacht. Seine bewahrenden und schützenden Qualitäten führten auch dazu, dass er bei der Geburt des Königs- oder Götterkindes in Erscheinung trat.

 

 

 

Das theologische System von Heliopolis bezeichnete Atmun als Schöpfergott, der aus sich selbst Raum und Zeit, Menschen und Götter erschaffen hatte, diese aber auch wieder vernichten konnte. Sein Wahrzeichen war der monolithische Benben-Stein, der die Stelle des ersten aus den Urfluten aufsteigenden Urhügels markierte. Zum Erhalt der Schöpfung war er mit dem sich beständig erneuerndem Sonnengott Re verbunden, wobei er den Altersaspekt dieses Gottes (=Abendsonne) verkörperte. In dieser Rolle wurde er als Mann mit Doppelkrone dargestellt, zur Betonung des Urgottaspektes dagegen als Schlange.

 

Atmun:

 

Bastet: 

 

Die katzen- oder mischgestaltige (Frau mit Katzenkopf) Göttin von Bubastis war ursprünglich eine Schutzgottheit des Königs. Schon im Alten Reich wurde sie mit der Löwengöttin Sachmet gleichgesetzt und war anfangs wie dieses löwengestaltig. Auch mit Hathor, Mut und Tefnut verband man sie und sah in ihr eine Tochter des Amun. Im Laufe der Zeit traten die friedlichen, schützenden Eigenschaften immer stärker hervor, sodass Bastet immer beliebter wurde. Unzählige bronzene Katzenfiguren (ab der Spätzeit) und viele Friedhöfe mit Katzenmumien im ganzen Land belegten dies ebenso wie die von Herodot erwähnten Bastet-Feste.

 

 

 

Der widder- oder mischgestaltige (Mann mit Widderkopf) Chmun gehört zu den ältesten ägyptischen Göttern. Eines seiner bedeutendsten Kultzentren befand sich am ersten Nilkatarakt auf Elephantine, wo er mit den Göttingen Satet und Anuket eine Familie bildete und als Nilquellen- und Fruchtbarkeitsgott verehrt wurde. In Esna galt er als Urgott und war mit der löwenköpfigen Mehit sowie mit der Urflutgöttin Neith verbunden. Als Schöpfer wurde er an der Töpferscheibe dargestellt, auf der er die Körper der Menschen formte. Begleitet wurde er dabei oft von der froschköpfigen Geburtshelfergöttin Heqat, welche die Körper belebte.

 

Chmun:

 

Chons: 

 

Der Mondgott, der im Alten und Mittleren Reich als strafende Gottheit in den Totenexten auftritt, erlebte erst im Neuen Reich seinen mythischen und kultischen aufstieg. als Sohn von Amun und Mut in Theben wurde er zum Schützer der Lebenszeit, zum Heil- und Orakelgott. Verbunden war er auch mit dem Mondgott Thot, dem Luftgott Schu und mehreren Kindgottheiten. Darstellungen zeigen ihn mit Mondsichel und Schwarzmondscheibe auf dem Kopf, entweder mumiengestaltig mit Menschenkopf und Jugendlocke oder als schreitenden Mann mit Falkenkopf; weit seltener erscheint er dagegen in Krokodilgestalt.

 

 

 

Die meist als Frau oder Kuh dargestellte Göttin Hathor trägt stets einen Kopfschmuck aus Kuhgehörn und Sonnenscheibe. An ihrem Hauptkultort Dendera bildete sie mit dem Horus von Edfu und dem Musikgott Ihi eine Familie. Sie galt als Tochter des Sonnengottes Re, als Königsgöttin wie Bastet, als Muttergöttin wie Isis und als Totengöttin wie Imentet. Aber auch viele andere Göttinnen wurden mit dem Namen Hathor wie mit einem Titel versehen. So verbanden sich himmlische und irdische, dies- und jenseitige, in- und ausländische Elemente; allen gemeinsam waren jedoch die Hauptaspekte der Hathor: Liebe. Schutz und Freude.

 

Hathor:

 

Horus: 

 

Die Bezeichnung Horus, "der Ferne", wurde gleich für mehrere Götter verwendet, die man als Falke oder Mann mit Falkenkopf darstellte. Zu den bedeutendsten gehörten der Himmels- und Königsgott Horus (mit dessen Namen der früheste Königstitel geschrieben wurde), der Horus, Sohn der Isis (Harsiese, auch Harpokrates). Letzterer galt als Nachfolger seines Vaters Osiris und war Garant der legitimen Herrschaft im Dieseits. Er vertrat die geordnete, kultivierte Welt und kämpfte beständig gegen Seth, den mächtigen Gott der wilden ungezügelten Natur.

 

 

 

Die große Muttergöttin Isis seit dem späten Alten Reich zusammen mit ihrem Gemahl Osiris zu den bedeutendsten Gottheiten Ägyptens. Im Ythos gelingt es ihr, ihren von Seth ermordeten Mann durch magische Kräfte wieder zu beleben und ihm seinen Sohn und Nachfolger Horus zu gebären. Durch ihre magische Kraft kann sie schützend wirken und begleitet deshalb auch den Sonnengott bei seiner Fahrt durch die Stunden der Nacht. In der 2. Hälfte des 1. Jt.s.v.Chr. stieg Isi schließlich zur Allgöttin auf, zu der "Einen", die für alle anderen Göttinnen stand, und wurde später sogar im gesamten Römischen Rech verehrt.

 

Isis: 

 

Maat: 

 

Der Begriff Maat bezeichnete das altägyptische Ordnungs- und Wertesystem; er stand für Ausgewogenheit, Gerechtigkeit und Wahrheit. Den ethischen Gegenpol bildete Isfet, d.h. das Ungeordnete, Unrechte und Unwahre. Jeder Herrscher hatte sich für Maat einzusetzen und garantierte dies den Göttern. Aber auch der einfache Mensch musste Maat folgen, da er sonst vor dem Totengericht nicht bestehen konnte. Personifiziert wurde Maat in Frauengestalt mit einer Feder auf dem Kopf dargestellt. Sie galt als Tochter des Re und wurde spätestens ab dem Neuen Reich auch kultisch verehrt, worauf z.B. ihr Tempel in Karnak verweist.

 

 

 

Die Göttin Mut bildete seit dem Neuen Reich mit ihrem Gemahl, dem Reichgott Amun, und ihrem Sohn, dem Mondgott Chons, die thebanische Triade. Mut galt als Mutter- und Himmelsgöttin sowie als Tochter des Re. Durch die Verbindung von Amun mit dem Sonnengott zu Amun-Re war sie gleichzeitig Mutter, Gemahlin und Tochter des Gottes. Trotzdem dürfte der Mutteraspekt in Vordergrund gestanden haben und Mut als göttliche Verkörperung der großen, weisen Frau verstanden worden sein. Dargestellt wurde sie als Frau der königlichen Doppelkrone auf dem Kopf oder - wie auch andere Muttergöttinnen- als Geier.

 

Mut:

 

Osiris: 

 

Der oberste Totengott und Totenrichter war ursprünglich ein Vegetationsgott und Gegenspieler des Wüstengottes Seth. Im Mythos galt er als ein vollkommener Herrscher, der von seinem Bruder Seth ermordet worden war. Von seiner Gemahlin Isis wieder belebt, wurde er zum Garanten eines jenseitigen Lebens für diejenigen, die den ethischen Normen entsprechens gelebt hatten. Obwohl er an vielen Orten des Landes und in allen Nekropolen verehrt wurde, waren seine Hauptkultorte Busiris im Delta und Abydos in Oberägypten. Dargestellt wurde er mumiengestaltig und mit den königlichen Herrschaftssymbolen in den Händen.

 

 

 

Der Stadtgott von Memphis, Ptah, wurde als Schöpfer verstanden, der die Welt durch seine Gedanken und Worte geschaffen hat. Er war die göttliche Verkörperung menschlicher Kreativität und somit Gott der bildenden Künste. Mit der Löwengöttin Sachmet und dem Lotosblütengott Nefertem bildeten er eine Triade, wodurch sich nicht nur die die unterschiedlichen Lebensformen Mensch, Tier, Pflanze-, sondern auch die Aspekt wie Schöpfung, Schutz und Regeneration verbanden. Dargestellt wurde er als mumiengestaltig, mit anliegender Kappe und einem Kompositzepter aus den Symbolen für "Leben", "Dauer" und "Wohlsein".

 

Ptah: 

 

Re: 

 

Der als Falke oder falkenköpfiger Mann mit Sonnenscheibe dargestellte Gott stand für die regenerativen Kräfte der Natur und galt als Vater des Königs. Während des zyklischen Sonnenlaufes mit je zwölf Tages- und Nachtstum den erschien er in unterschiedlicher Gestalt; am Tage falkenköpfig als Re Herachte, am Abend anthropomorph als Atmun und am Morgen skarabäusgestaltig als Chephren. Später trat noch die widderköpfige Gestalt des Amun-Re hinzu, der in der Unterwelt die seligen Verstorbenen belebte. Hauptkultort des Re was Heliopolis, dort, wo sich bei der Schöpfung der Urhügel aus den Fluten des Ozeans erhoben hatte.

 

 

 

Die als löwenköpfige Frau (ab dem Neuen Reich mit Sonnenscheibe) dargestellte Sachmet war einer machtvolle Schutzgöttin, die mit Ptah und Nefertem die memphitische Triade bildete. Sie galt als Heilgöttin, und ihre Priesterschaft darf wohl als erste Ärztegemeinschaft verstanden werden. Sachmet besaß auch wilde und gefährliche Aspekte, die u.a. im Mythos von der "Vernichtung des Menschengeschlechtes" deutlich werden. Dort ist sie es welche die gegen den Sonnengott aufbegehrenden Menschen vernichten soll. Ihre kämpferische Natur zeigt sich ebenso bei der Unterstützung des Königs im Kampf gegen seine Feinde.

 

Sachmet: 

 

Seth: 

 

Der mächtige Wüstengott Seth wurde als Verkörperung der wilden, ungezügelten Natur verstanden. Er war Gegenspieler des Vegetations- und Kulturgottes Osiris, des legitimen Herrschers über die wohl geordnete Welt. Im Mythos ermordet Seth seinen Bruder Osiris; anschließend entbrennt ein Kampf um die Macht zwischen ihm und Horus, dem Sohn des Osiris. Somit bezeichneten Horus und Seth die beiden Aspekte der Schöpfung: Chaos und Struktur. Im Jenseits tritt Seth dagegen als Begleiter des Sonnengottes aus, der die Schöpfung vor den Angriffen des schlangengestaltigen Weltenvernichters Apophis zu bewahren hat.

 

 

 

Der Krokodilsgott Sobek war ursprünglich wohl ein Fruchtbarkeitsgott, der v.a. in der Oase Faijum verehrt wurde. Später hat man ihn auch als Sohn der Urflutgöttin Neith angesehen und somit selbst als Urgott, der die Aufgabe hatte, die Welt zu schützen. Sobek wurde an vielen verschiedenen Orten Ägyptens verehrt (z.B. Kom Ombo) und dort mit den unterschiedlichsten Gottheiten verbunden. Selbst mit dem Sonnengott beruhte zweifellos auf der Gefährlichkeit des mit ihm verbundenen Tieres und dem Einsatz dieser Urkraft für den Schutz der Menschen.

 

Sobek: 

 

Thot

 

Der Ibis- oder paviansgestaltige Gott Thot, der auch als Mann mit Ibiskopf (ab dem Neuen Reich mit Mondsichel und -scheibe) dargestellt wurde, war der Gott des Mondes. Er galt auch als Schöpfer- und Weisheitsgott; ihm wurde die Erfindung der Schrift und die Gesetzgebung zugeschrieben. Seine Herkunft ist umstritten, als Hauptkultort muss ab dem Mittleren Reich jedoch Hermopolis angesehen werden. Sort wurde er an die Spitze einer Gruppe aus acht Göttern gesetzt, die man als Ursprung der Schöpfung ansah. Im nahen Tuna el-Gebel wurden ab der Spätzeit unzählige seiner heiligen Tiere in unterirdischen Grabanlagen bestattet.