Handwerk

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Selbstverständlich verfügten die Ägypter auch über Möbel, allerdings wurden in Ruinen nie welche gefunden, aber zahlreiche Grabbeigaben enthielten Möbel, wie Tische, Stühle, Betten, Teppiche etc., daraus lässt sich schließen wie die Ägypter lebten.

Die ältesten Funde stammen aus der 1. und 2. Dynastie, die Formen haben sich allerings bis auf leichte Abwandlungen und Modernisierungen nicht weitgehend verändert bis ins Neue Reich.

Alleine Stühle waren in allen Varianten vorhanden, Schemel, Klappstuhl, Sessel mit oder ohne Armlehnen, gepolsterte Sitzkissen oder nicht, eine reiche Auswahl bat sich dar.

Es gab Wandbilder, Esstische, Beistelltische... eigentlich gab es keinen erheblichen Unterschied zu den heutigen Möbeln, bis auf den Stil der sich natürlich verändert hat. Aber auch damals war die Bequemlichkeit und das Wohlfühlen vorrangig.

 

 

Glasherstellung

Die Ägypter erreichten bei der Glasherstellung ein besonders hohes Niveau. Sie schufen für die Grabausstattung und den Alltag künstlerisch und technisch anspruchsvolle Kunstwerke.

Zur Herstellung von Gefäßen schuf man einen Sandkern mit Lehmüberzug in der gewünschten Form, in den man einen Holz- oder Metallstab als Griff steckte. Dieses Gebilde wurde in die flüssige Glasmasse getaucht und zügig gedreht, bis sich diese gleichmäßig dünn darüber verteilt hatte. In noch weißen Zustand wurden farbige Glasstäbe spiralförmig auf die Oberfläche aufgebracht.

 Mithilfe von Nadeln oder Kämmen zog man Wellen, Bögen, Blatt- oder Federmuster und kordelte die Ränder. Nach erneutem Erhitzen wurde die Oberfläche häufig noch geglättet, geritzt und geschliffen. zum Schluß kratzte man den inneren Kern heraus. andere Glasobjekte wurden in Form gegossen, die teilweise in Stein eingeschnitten waren. So erhielt man besonders glatte Oberflächen.

  

Bei wieder anderen Objekten wurde das Wachsausschmelzverfahren angewandt, die aus Wachs gebildete Urform in einem Lehmmantel steckte und durch das einfließende Glas aufgelöst wurde.

Die Glasherstellung war mit harter, gesundheitsschädlicher Arbeit verbunden. Die Belastung durch die Hitze des geschmolzenen Glases war groß, Verbrennungen und Verletzungen der Augen waren fast unvermeidlich.

 

 

Keramikherstellung

Die Keramikerzeugung erreichte im alten Ägypten schon in der Vorgeschichte, als man Gefäße noch ausschließlich von Hand formte, ein hohes künstlerisches Niveau. Langsam drehende Töpferscheiben wurden erst ab etwa 2500 v. Chr. eingesetzt.

Die erste Aufgabe des Töpfers war es, den Rohton für die weitere Verarbeitung aufzubereiten. Dazu wurde er zu Pulver zermahlen, das man anschließend mit Wasservermischte und knetete. Nach der Entfernung aller Verunreinigungen wurde der Ton gemagert, d.h. mit fein gehäckselten Stroh, Sand oder Dung vermengt; dadurch erhielt man eine für den Brand geeignetere Konsistenz. Den fertigen Tonklumpen setzte der Klumpen setzte der Töpfer auf die Töpferscheibe. diese bestand im Alten und Mittleren Reich aus einem Achspflock, auf dem mittels eines Bolzens die drehbare Scheibe befestigt war. Der vor ihr hockende Töpfer ließ sie mit der linken Hand rotieren, während er mit der rechten Hand den Ton modellierte.

Die Töpferscheibe: Erst im Neuen Reich entwickelte man leichter drehbare Töpferscheiben, die von einem Gehilfen bewegt wurden. Der Töpfer konnte dadurch das Gefäß mit beiden Händen formen und gleichzeitig glätten. Wahrscheinlich schon am Ende des Neuen Reiches, sicher aber während der 27. Dynastie (525-401 v.Chr.) kamen die ersten fußgetriebenen, sich schnell drehenden Töpferscheiben in Ägypten zum Einsatz. Nach dem modellieren erfolgte der Brand in hohen, zylindrischen Lehmöfen. diese Öfen besaßen zwei Öffnungen: eine kleinere am unteren Ende diente zur Befeuerung mit Holz oder Dung, durch die größere Öffnung am oberen Ende erfolgte die Bestückung mit dem zu brennenden Geschirr. Diese Öffnung wurde beim Brand wahrscheinlich mit großen Tonscherben abgedeckt. Die Brenntemperatur erreichte 600-800 Grad Celsius, bei Mergeltonen sogar bis zu 1000 Grad.

 

 

Papyrusherstellung

Unser Wort "Papier" kommt von "Papyrus", dem Namen des Schreibmaterials, das die alten Ägypter aus der Doldenpflanze Cyperus-papyrus gewonnen haben. Das kostbare Material wurde auch in den Vorderen Orient und nach Griechenland exportiert.

Die Papyruspflanze hatte vielseitige Verwendung gefunden. So fertigte man beispielsweise aus zusammengebündelten Stängeln leichte Boote. Der untere Teil der Pflanze lieferte ein Gemüse. Aus dem Bast des Papyrus wurden Seile, Segelspannungen, Masten, Körbe, Sandalen oder die Schurze der armen Leute gemacht. Aber vor allem hat man das faserige Mark seit ältester Zeit zur Herstellung eines feinen, hellen und biegsamen Schreibmaterials benutzt. 

Zur Herstellung dieses Schreibmaterials mussten die Pflanzen in frischem Zustand verarbeitet werden. Das Mark der Stängel wurde in Streifen geschnitten und zu Blättern zusammengefügt, die man dann aneinander geklebt hat. 

20 Blatt ergaben eine Rolle von normaler Länge. Der längste Papyrus, den wir kennen, erreicht entrollt mehr als 40 Meter.

Nachdem der Stängel in Stücke geschnitten und entrindet war, wurde das Mark der Länge nach gespalten. Die so entstandenen Streifen legte man in zwei Lagen übereinander. Die obere Schicht der Streifen kam dabei quer auf die untere, danach wurde das ganze mit Wasser benetzt. Anschließend mussten die Schichten kräftig geschlagen werden, damit der stärkehaltige Papyrussaft die Streifen zusammenklebte. Die Blätter ließ man ein paar Tage gut beschwert trocknen. Nachdem man die Blätter mit einem Polierstein geglättet und an den Rändern gerade geschnitten hatte, wurden sie etwas überlappend aneinander geklebt. (siehe Zeichnung)