Hatschepsut

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Königin Hatschepsut 

(Maatkare) 1498-1483 v. Chr.

 

Vater: Thutmosis I.
Mutter: Ahmose
Ehegatte: Thutmosis II.
Tochter: Neferure

Wie Thutmosis II. schon früh erkannte, war Hatschepsut eine willensstarke Frau, die - zumindest im metaphorischen Sinne - notfalls über Leichen ging. Im zweiten Jahr ihrer Regentschaft für den Kinderpharao Thutmosis II. begann sie, seine Position zu untergraben. Ursprünglich war sie zufrieden gewesen, auf Reliefs hinter Thutmosis III. zu stehend dargestellt und einfach als "Königin" und "Große königliche Gemahlin des Thutmosis II." bezeichnet zu werden. Dies änderte sich, als sie die Unterstützung hochrangiger Beamter gewinnen konnte, und schon bald drauf begann sie mit dem Bau ihres herrlichen Totentempels am Fuß der Klippen von Deir el-Bahari.

An erster Stelle der hier verehrten Götter stand Amun, doch Nebenaltäre, die jeweils auf der Süd- und Nordflanke der mittleren Terrasse liegen, sind der Göttin "Hathor" und dem "Anubis" geweiht (siehe Gottheiten).

Der Bauherr des gewaltigen Werkes war Senemut, ein Beamter bescheidener Herkunft, der dank der aufsteigenden Macht Hatschepsuts schnell in die höchsten Staatsämter katapultiert wurde. Es wurde gemunkelt, dass seine privilegierte Position einer heimlichen Liebesbeziehung zur Königin zu verdanken war. Er durfte sich sogar ein königliches Grab im Tal der Könige errichten lassen.

In Karnak ließ sie durch Senemut Obelisken errichten die bis heute noch fast unversehrt an ihrem Platz stehen. Sie bestehen aus Rosengranit und waren dem Gott Amun gewidmet.

Gesteinbrocken von 100 Meter Länge und 30 Meter Breite wurden verschifft und am der Baustelle bemeißelt und anschließend aufgerichtet.

Hatschepsut starb um 1483 v. Chr., und es wird vermutet, dass Thutmosis, der so lange im Wartestand bleiben musste, an ihrem Tod nicht ganz unbeteiligt bzw. unschuldig war. Auf jeden Fall ließ er sich in seinem Hass hinreißen, viele Denkmäler der Königin und ihrer nächsten Verwandten zu zerstören. Die wohl größte Demütigung, sie dabei erfuhr, war das Verschweigen ihres Namens in den Königslisten - späteren Generationen galt die Episode ihrer Regierung als zu entehrend, um überliefert zu werden.

Ihre Mumie wurde nie gefunden und offenbar hatte man sie in der Antike bereits "entsorgt", ihre 2 Grabanlagen im Tal der Königinnen waren leer. Geschichten die in Tempelwände gemeißelt waren, wurden verändert, indem man alle Bildnisse der Königin ausgemeißelt hatte. Trotz der Versuche der alten Ägypter Hatschepsut "unexistent" zu machen, wurden viele Statuen und Schrifttafeln gefunden, die mühsam zusammengesetzt wurden und somit die Geschichte der Hatschepsut erzählen konnten...

Hatschepsut als löwenähnliche Sphinx, eine der in der ägyptischen Plastik seltenen Sphinxdarstellungen mit weiblichem Gesicht. Zu bewundern ist dieses alte Kunststück im ägyptischen Museum Kairo.