Kalender-Zeitrechnung

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Die Grundlage des "offiziellen" Kalenders, nach dem z.B. historische Inschriften datiert wurden und der von der Verwaltung benutzt wurde, war das Sonnenjahr. Das Jahr gliederte sich in drei Jahreszeiten:

zu je vier Monaten mit jeweils 30 Tagen. Die einzelnen Monate der drei Jahreszeiten wurden dabei einfach von eins bis vier durchgezählt z.B. "3. Monat der Achet-Jahreszeit, Tag 15".

Achet
"Überschwemmung"
Peret
"Aussaat"
Schemu
"Hitze" (Ernte)

Zusätzlich wurden noch fünf Tage, die "Epagomenen" angefügt, sodass das Jahr 365 Tage umfasste und vom Sonnenjahr nur um 1/4 Tag abwich. Die "Epagomenen" galten als Feiertage und Geburtstage der Götter Osiris, Horus, Seth, Isis und Nephthys.

Die Abweichung dieses 1/4 Tages gegenüber dem Sonnenjahr bwirkte jedoch, dass sich der ägyptische Kalender gegenüber dem kosmischen Jahr um alle vier Jahre um einen Tag verschob. Demnach stimmten die Jahreszahlen, des um ca. 3000 v. Chr. eingeführten Kalenders nicht mehr mit der Jahreszeit überein. Erst nach 1640 Jahren fielen die Daten des kosmischen Jahres wieder mit denen es ägyptischen "Wandeljahres" überein. eine Kalenderreform wurde jedoch in altägyptischer Zeit nie unternommen, vermutlich weil die offizielle Zeitrechnung durch jahrhunderte- bzw. jahrtausendealte Überlieferungen als geheiligt und somit als unantastbar galt.

Neben dem "offiziellen" Kalender existierte bereits seit frühesten Zeiten das "Naturjahr", das sich an den - leicht mit großer Präzision zu beobachten - Phasen des Mondumlaufes orientierte. Diese dauern 29 bzw. 30 Tage, woraus sich bei 12 Mondmonaten ein Jahr von nur 354 Tagen ergab. Da das kosmische Jahr Jahr aber 365,25 Tage umfasst und der Jahresbeginn mit einem jährlich zum gleichen Zeitpunkt eintretenden Naturereignis in Verbindung gebracht wurde - dem Ansteigen des Nils. bzw. dem unmittelbar darauf folgenden Aufgang der Sothis-. musste im Mondkalender gelegentlich ein 13. Monat zwischengeschaltet werden.

 

 Der Tierkreis von Dendera im Louvre entstand im 1.Jahrhundert n. Chr. und verwendet teils ägyptische, teils griechische Sternbilder...

In einer der Osiris-Kammern auf dem Dach des Hathor-Tempels von Dendera trug die Decke neben zwei Bildern der Himmelsgöttin Nut eine kreisförmige Himmelsdarstellung, die sich jetzt im Louvre befindet. Für die Sterngruppen wurden teils ägyptische Symbole wie Nilpferd und rinderschenkel verwendet, teils aber auch uns vertraute Sternbilder wie Fische, Waage und Skorpion.

Auch die Kreisform der Himmelsdarstellung entspricht nicht ägyptischer Tradition.


Diese fremden Einflüsse gehen auf griechische Astronomen zurück, die zur Zeit der Ptolemäerherrschaft in Alexandria tätig waren. Einer von ihnen war Sosigenes, der auch Julius Cäsar bei dessen Kalenderreform im Jahr 46 n .Chr. beriet. Diese Reform führte das Schaltjahr ein, um die Verschiebung der Jahreszeiten im Kalenderjahr anzugleichen.