Kom Ombo

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Doppeltempel von Sobek (Krokodilgott) und Haroeis (kleiner Horus)
(Ptolemäer- und Römerzeit, 2.Jh.v.Chr. - 3.Jh.n.Chr.)

 

Ungewöhnlich an diesem Tempel aus ptolemäischer Zeit ist, dass es sich um ein Doppelheiligtum handelt.

Architektonisch ein einziges Bauwerk, sind die beiden Hälften, getrennt durch eine gedachte Linie, zwei Göttern geweiht: dem krokodilsköpfigen Sobek und dem falkenköpfigen Haroeris (ältester Horus), die jeweils eigene Zugangswege und ein eigenes Sanktuar besitzen.

Beide Götter führten eine Götterfamilie an: Zu Sobek gesellten sich Hathor und der Mondgott Chons, zu Hareis seine Gemahlin Tasenetneferet ("Die schöne Schwester") und sein Sohn Panebtaui ("Der Herr der beiden Länder") (Anmerkung: wenn von "beiden Ländern" geredet wird handelt es sich dabei um Ober- und Unterägypten).

 

 

Besonders beachtenswert sind die Szenen auf den Säulenschranken, die in ihrer Ausführung typisch für den ptolemäischen Reliefstil sind. Richtet man im Pronaos den Blick zur Decke, wird die Dekoration der Architrave mit astronomischen Szenen erkennbar (Sterngötter in Barken; teilweise nur in Vorzeichnung).

 
Da hier in Richtung Assuan sehr viele Krokodile lebten, wurden sie auch heilig gesprochen und angebetet, ebenso wurden sie nach ihrem Tod mumifiziert und in Granit-Sarkophagen bestattet.


 

In Kom Ombo zeigt eine weitgehend gut erhaltene Einzelszene aus der Zeit Ptolemaios`VI. das sog. Strickspannen, bei welchem man traditionell die Göttin Seschat mit dem Herrscher in Aktion sieht. Eine kurze Beischrift verdeutlicht die Zeremonie: "Strickspannen im Tempel zusammen mit seiner Majestät selbst". 

Hinter der Seschat steht wie unbeteiligt der Falkengott Haroris, der Herr dieser Tempelhälfte. Er trägt die Doppelkrone beider Länder und hält traditionell das Lebenszeichen "Anch" sowie ein langes Was-Zepter in seinen Händen.