Die Obelisken

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Neben Sphinx und Pyramide gilt der Obelisk als typischstes Symbol des alten Ägypten.

 Dabei handelt es sich um hoch aufragende vierkantige Pfeiler mit einer Spitze in Pyramidengestalt, die in einigen Fällen vergoldet war, sodass sich das Licht der Sonne darin spiegelte.

Denn Obelisken waren Monumente des Königs für den Sonnengott, dessen Hauptkultstätte in Heliopolis ebenfalls mit einem hoch aufragenden natürlichen Steinmal versehen war, das für das erste Erscheinen des Gottes aus der Urflut bei der Weltenschöpfung stand.

Die ältesten aufgemauerten Obelisken entstanden in der 5. Dynastie als Zentren der so genannten Sonnenheiligtümer, die am wesentlichen Wüstenrand bei Abu Gurob/Abusir errichtet worden waren.

Nur wenig später sind die ersten monolithischen Obelisken belegt, die sowohl im Tempelbereich als auch in kleinerem Format vor Privatgräbern aufgestellt wurden. Im Mittleren und Neuen Reich ließen die Herrscher gewaltige Obelisken vor und in den großen Reichstempeln aufstellen.

Besonders beeindruckend sind die Obelisken der Königin Hatschepsut (1479-1458 v. Chr.) die sie ihrem Göttervater Amun-Re weihte. Die beiden nahezu 30 m großen und 323 t schweren Denkmäler stammten aus den Granitbrüchen bei Assuan und wurden auf Schiffen nach Karnak verbracht.

Das ganze Unterfangen muss so spektakulär gewesen sein, dass nicht nur die zuständigen Beamten in ihren Biografien davon berichteten, sondern auch die Herrscherin selbst den Transport auf der untersten Terrasse ihres Totentempels in Deir el-Bahari darstellen ließ.

Auf dem Fundament des nördlichen Obelisken wird die Produktions- und Transportzeit mit sieben Monaten angegeben, und es wird mehrfach daraufhin gewiesen, dass die oberen Hälften mit Gold verkleidet waren.

 

Auch die römischen Kaiser waren von den ägyptischen Obelisken fasziniert. Allein 13 von ihnen ließ man nach Rom schaffen. Dazu gehört auch das größte je errichtete Exemplar Thutmosis III. aus Karnak Das 455 t schwere und fast 35 m hohe Monument blieb nach Ankunft im Tempel erstmal 35 Jahre lang auf der Seite liegen, wie es in einer von Thutmosis IV. hinzugefügten Inschrift heißt, bevor es aufgerichtet werden konnte.

im 4. Jh. wurde der Obelisk dann auf Befehl Kaiser Konstantins I. abtransportiert und unter seinem Sohn Konstantin II. nach Rom überführt, wo er noch heute auf dem Lateransplatz steht. Später gelangten Obelisken aber auch in andere Teile der Welt, so nach Istanbul, London, New York und Paris.

Der Unvollendete Obelisk
von Aswan (Assuan):

Ägypten ist zweifelsohne eins der Länder in denen das meiste Gestein abgebaut wird. Dabei spielt Assuan eine bedeutende Rolle, hier wurde in Massen Quarzit etc. abgebaut und exportiert. Das Größte Projekt bis heute in Assuan ist der so genannte "Unvollendete Obelisk". Mit einer Länge von knapp 42 m und einem Gewicht von ca. 1200 t wäre er der Größte seiner Zeit gewesen, er wurde allerdings nie aus seinem Felsbett gelöst, weil er durch einen Materialfehler zu reißen begann. Somit ist er heute der Einzige Zeuge das die Obelisken tatsächlich in einem Stück gefertigt wurden.