Der Sonnenkult

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In der 4. Dynastie begann der Siegeszug der Sonnenlehre von Helipolis- der König trat allmählich in den Schatten von "Re". Der erste Pharao der sich den offiziellen Thronnamen "Sohn des Re" annahm war Djedefre, Sohn des Cheops. Er brachte damit zum Ausdruck, das sich auch der Pharao etwas Höherem unterordnete und verpflichtet fühle- nämlich seinem göttlichen Vater "Re" (Sonnengott).

Die Hochburg der Verehrung von Re war "Heliopolis" (von den Griechen so benannt). Dort befand sich im Tempel des Sonnengottes ein kegelförmiges Steinmal, der "Benben-Pfeiler", der als Vorläufer der Obelisken galt.

Die Mythen von Heliopolis verbinden den Benben mit dem "Urhügel", der zuerst aus dem Urgewässer "Nun" auftauchte und den Beginn der Schöpfung verkörpert. Der Schöpfergott war dieser Lehre nach "Re" oder "Atum"- der Vater der Götterneunheit von Helipolis. Atum entwickelte, nachdem er selbst entstanden war aus sich heraus die Elemente der Schöpfung. So wurden Luft, Feuchtigkeit, Himmel und Erde geschaffen und als Götter angesehen.

Der Sonnenkult beeinflusste viele andere Götter, sodass sie zu Gottheiten mit solarem Aspekt wurden. So konnte sich Amun (Universalgottheit) seit dem Mittleren Reich zeitweise mit "Re" verbinden und zu Amun-Re werden. So auch Chnum-Re oder Sobek-Re.

Den täglichen Lauf der Sonne setzte man mit Gottheiten gleich; so stand der Sonnenaufgang mit dem geflügelten Skarabäus Chepri in Beziehung, die Mittagssonne mit Re und der Sonnenuntergang mit Atum.

Im Sonnenkult waren auch Tiere eingebunden (auch die Götter ließen sich meist als Mischgestalt zwischen Mensch und Tier darstellen). Im Totenbuch wird dargestellt wie der "große Kater von Heliopolis" die aufgehende Sonne vor der "Apophis-Schlange" beschützt. Auch die heiligen Tiere der Göttinnen Bastet, Sachmet und Tefnut (Katze bzw. Löwe) wurden in Verbindung mit der Sonne gebracht. Harachte, der "Horus im Horizonz" könnte als Falke oder Mensch mit Falkenkopf dargestellt werden.